Deckungsbeitrag
Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten vom Umsatz übrig bleibt und zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Erst wenn alle Fixkosten gedeckt sind, entsteht Gewinn.
Formel
Deckungsbeitrag = Umsatz − variable Kosten
Deckungsbeitrag und Rohertrag sind nicht dasselbe
Beide Begriffe werden im Alltag oft vermischt. Der Unterschied liegt in der Abgrenzung: Der Rohertrag zieht Material- und Wareneinsatz ab, der Deckungsbeitrag alle variablen Kosten — also auch variable Fertigungslöhne, Fracht oder Provisionen. In einem Handelsbetrieb liegen beide Zahlen oft nah beieinander, in der Produktion deutlich auseinander.
Beispiel
Ein Auftrag bringt 12.000 € Umsatz. Material 4.500 €, Fremdleistung 1.200 €, Provision 600 €.
Deckungsbeitrag = 12.000 − (4.500 + 1.200 + 600) = 5.700 € Deckungsbeitragsquote = 5.700 ÷ 12.000 = 47,5 %
Bei monatlichen Fixkosten von 45.000 € braucht der Betrieb rechnerisch rund acht solcher Aufträge, um die Fixkosten zu decken.
Wo steht das in deiner BWA?
Als eigene Zeile in der Regel gar nicht. Die Standard-BWA trennt nicht nach variabel und fix, sondern nach Kostenarten. Wer mit Deckungsbeiträgen steuern will, braucht entweder eine erweiterte Auswertung von der Kanzlei oder eine eigene Zuordnung, welche Kostenarten variabel sind.
Die häufigste Fehldeutung
„Der Deckungsbeitrag ist der Gewinn des Auftrags.“ Er ist es nicht — er ist der Beitrag zur Fixkostendeckung. Ein Auftrag mit positivem Deckungsbeitrag kann trotzdem in einen Verlustmonat fallen, wenn zu wenige davon kommen.
Verwandte Begriffe
Zur Abgrenzung siehe Rohertrag; zur Bezugsgröße die Gesamtleistung. Praktische Einordnung: BWA verstehen.
Wenn die Kostenarten sauber zugeordnet sind, lässt sich der Deckungsbeitrag ableiten.
BWA verstehenZuletzt geprüft:
Verwandte Begriffe
- Rohertrag Der Rohertrag ist die Gesamtleistung eines Unternehmens abzüglich des Material- und Wareneinsatzes. Er zeigt, wie viel vom Umsatz übrig bleibt, bevor Personal- und sonstige Kosten abgezogen werden.
- Vorläufiges Ergebnis Das vorläufige Ergebnis ist der rechnerische Überschuss oder Fehlbetrag einer unterjährigen Auswertung. Es ist ausdrücklich nicht der Gewinn, weil Abgrenzungen, Rückstellungen und oft auch Abschreibungen noch fehlen.
- EBITDA EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization). Es zeigt die operative Ertragskraft unabhängig von Finanzierung und Investitionspolitik.