Zum Inhalt springen

Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung stellt dar, wie sich der Zahlungsmittelbestand eines Unternehmens in einem Zeitraum verändert hat, aufgeteilt nach operativer Tätigkeit, Investitionen und Finanzierung. Sie beantwortet die Frage, woher das Geld kam und wohin es ging.

Formel

Zahlungsmittelveränderung = operativer + Investitions- + Finanzierungs-Cashflow

Die drei Bereiche

  1. Operativer Cashflow — aus dem laufenden Geschäft. Sollte dauerhaft positiv sein; hier entsteht die Substanz.
  2. Investitions-Cashflow — Käufe und Verkäufe von Anlagevermögen. In wachsenden Betrieben in der Regel negativ, und das ist gesund.
  3. Finanzierungs-Cashflow — Kreditaufnahme, Tilgung, Einlagen, Entnahmen.

Die Summe der drei ergibt die Veränderung des Zahlungsmittelbestands — also genau die Differenz, die man auch am Kontostand ablesen kann.

Beispiel

BereichBetrag
Operativer Cashflow+15.000 €
Investitions-Cashflow−22.000 €
Finanzierungs-Cashflow+12.000 €
Veränderung Zahlungsmittel+5.000 €

Lesart: Das Geschäft hat 15.000 € erwirtschaftet, davon wurden 22.000 € investiert, die Lücke wurde mit 12.000 € Fremdkapital geschlossen. Das ist eine Wachstumssituation — tragfähig, solange der operative Cashflow steigt.

Wer sie erstellen muss

Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften sowie kapitalmarktorientierte Unternehmen sind zur Kapitalflussrechnung im Konzernabschluss verpflichtet. Kleine Gesellschaften nicht — was nicht heißt, dass sie nutzlos wäre: Für ein Bankgespräch ist sie oft die überzeugendste Unterlage.

Die häufigste Fehldeutung

„Negativer Investitions-Cashflow ist schlecht.“ Das Gegenteil ist meist richtig: Ein Betrieb, der nichts investiert, hat einen positiven Investitions-Cashflow und ein Substanzproblem.

Verwandte Begriffe

Die Bausteine erklären Cashflow und EBITDA. Für den laufenden Betrieb: Liquiditätsplanung.

Aus denselben Zahlen entsteht das Paket für die Hausbank.

Zum BWA-Modul

Zuletzt geprüft:

Verwandte Begriffe