OPOS
OPOS steht für „offene Posten“ — Rechnungen, die gestellt, aber noch nicht bezahlt sind. Die OPOS-Liste zeigt den Bestand dieser Forderungen und Verbindlichkeiten zu einem Stichtag.
Was die Liste zeigt — und was nicht
Eine OPOS-Liste beantwortet die Frage „wer schuldet uns wie viel“. Sie beantwortet nicht die Frage „wann kommt das Geld“. Genau diese Verwechslung ist der häufigste Fehler in selbstgebauten Liquiditätsplänen.
Eine offene Forderung ist ein Bestand, kein Termin. Erst mit Fälligkeit und dem beobachteten Zahlungsverhalten des Kunden wird daraus eine planbare Einzahlung.
Beispiel
| Kunde | Betrag | Rechnungsdatum | Zahlungsziel | Erfahrung |
|---|---|---|---|---|
| A | 24.000 € | 12.06. | 14 Tage | zahlt pünktlich |
| B | 38.000 € | 03.06. | 30 Tage | zahlt im Schnitt 18 Tage später |
| C | 12.500 € | 28.04. | 14 Tage | überfällig seit 6 Wochen |
Summe der offenen Posten: 74.500 €. Für die nächsten vier Wochen realistisch planbar: rund 24.000 € — der Rest verteilt sich später oder ist ungewiss. Wer die Summe einplant, plant fast 50.000 € zu früh.
Wo steht das in deiner BWA?
Gar nicht. Die BWA zeigt Erträge und Aufwände der Periode, nicht die Bestände. Die OPOS-Liste kommt aus der Rechnungsstellung oder von der Kanzlei und ist eine eigene Auswertung — sie gehört aber unbedingt daneben, weil sie die Differenz zwischen Ergebnis und Kontostand erklärt.
Was man daraus wirklich lernen kann
- Altersstruktur — wie viel ist über 30, 60, 90 Tage überfällig? Das ist die aussagekräftigste Auswertung der Liste.
- Zahlungsverhalten je Kunde — der Durchschnitt der letzten zwölf Zahlungen sagt mehr als das vereinbarte Ziel.
- Klumpenrisiko — ein Kunde mit 40 % der offenen Summe ist ein Liquiditätsrisiko, unabhängig von seiner Bonität.
Verwandte Begriffe
Die Bestandssicht ergänzen die Liquiditätsgrade, die Zahlungssicht der Cashflow. Wie Yupana damit plant: Liquiditätsplanung.
Yupana plant offene Posten mit Fälligkeit und beobachtetem Zahlungsverhalten — nicht als Summe.
Zur LiquiditätsplanungZuletzt geprüft:
Verwandte Begriffe
- Liquiditätsgrade Die Liquiditätsgrade setzen unterschiedlich schnell verfügbare Vermögensteile ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Sie beantworten, ob ein Unternehmen seine kurzfristigen Zahlungspflichten aus vorhandenen Mitteln bedienen könnte.
- Cashflow Der Cashflow ist der Saldo aus Ein- und Auszahlungen eines Zeitraums. Anders als das Ergebnis der Erfolgsrechnung zeigt er, wie viel Geld tatsächlich geflossen ist.
- BWA Die BWA (betriebswirtschaftliche Auswertung) ist eine monatliche Aufstellung auf Basis der laufenden Buchführung: Umsatz, Kosten nach Gruppen und das vorläufige Ergebnis. Sie ist keine Bilanz und kein Jahresabschluss, sondern eine Zwischenstandsmeldung.