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Agicap-Alternative gesucht? Erst die Frage klären, dann das Werkzeug

Agicap ist stark in der Liquiditätsplanung — und teuer, wenn man nur wissen will, wohin das Geld fließt. Eine ehrliche Einordnung, wann sich der Wechsel lohnt und wann nicht.

Jens Hagel6 Min. Lesezeit

Inhalt in Kürze

  • Agicap ist gut in dem, wofür es gebaut wurde: Liquiditätsplanung über mehrere Banken und Gesellschaften.
  • Die Frage vor dem Wechsel ist nicht „billiger?“, sondern „dieselbe Aufgabe?“.
  • Drei Fragen klären, ob ein Wechsel überhaupt sinnvoll ist.
  • In vielen Fällen lautet die ehrliche Antwort: bleiben.

Wofür Agicap die bessere Wahl ist

Agicap ist eine Liquiditätsplattform, und zwar eine ausgereifte. Die Bankanbindung deckt einen breiten Kreis europäischer Institute ab, die Szenariorechnung ist ernsthaft und nicht nur eine Prozentformel, und die Konsolidierung über mehrere Gesellschaften hinweg ist etwas, das die meisten Werkzeuge in diesem Feld schlicht nicht können.

Wer eine Gruppenstruktur mit drei Gesellschaften, fünf Banken und einer Person führt, die tatsächlich Treasury macht, ist dort richtig. Das lässt sich nicht durch eine Tabelle und auch nicht durch ein Kostenwerkzeug ersetzen, und jede Vergleichsseite, die etwas anderes behauptet, ist unehrlich.

Der Punkt dieses Artikels ist ein anderer: Ein erheblicher Teil derjenigen, die nach einer Alternative suchen, hat gar keine Treasury-Aufgabe — sondern eine Kostenaufgabe. Und dafür ist eine Liquiditätsplattform das falsche Werkzeug, unabhängig vom Preis.

Die drei Fragen vor dem Wechsel

Wie viele Gesellschaften und Banken? Bei einer Gesellschaft und ein bis zwei Konten bringt Multi-Entity-Konsolidierung keinen Nutzen. Man zahlt für Architektur, die nie beansprucht wird.

Wie oft wird tatsächlich geplant? Wer ehrlich einmal im Quartal eine Planung anfasst, braucht keine Plattform mit täglicher Aktualisierung. Wer wöchentlich Szenarien rechnet, sehr wohl.

Was war der ursprüngliche Anlass? Häufig lautet die Antwort: „Wir wussten nicht, wofür das Geld weggeht.“ Das ist eine Kostenfrage, keine Planungsfrage — und sie wird von einer Liquiditätsplanung nur mittelbar beantwortet.

„Reicht das Geld im November?“ und „Wofür zahlen wir jeden Monat 4.800 €?“ sind unterschiedliche Fragen. Die erste beantwortet eine Liquiditätsplanung, die zweite eine Kostenübersicht mit Vertragsbezug. Wer das zweite Problem hat und das erste Werkzeug kauft, ist danach unzufrieden — zu Recht, aber aus dem falschen Grund.

Was ein Kostenwerkzeug anders macht

Eine Liquiditätsplanung führt Ein- und Auszahlungen mit Terminen und rechnet Bestände fort. Sie interessiert sich für Beträge und Zeitpunkte, nicht für Ursachen. Ob 4.800 € monatliche Softwarekosten aus vierzig sinnvollen oder aus fünfundzwanzig sinnvollen und fünfzehn vergessenen Verträgen bestehen, ist für die Planung unerheblich — der Betrag bleibt derselbe.

Ein Kostenwerkzeug arbeitet umgekehrt. Es gruppiert Zahlungen zu wiederkehrenden Vorgängen, verbindet sie mit Verträgen und Rechnungen, erkennt Preissteigerungen und meldet Positionen, die niemand mehr zuordnen kann. Es plant nicht — es erklärt.

Beides zusammen ist die vollständige Antwort, und in größeren Häusern läuft es tatsächlich parallel. Für ein Unternehmen mit 20 bis 200 Beschäftigten und einer Gesellschaft ist die Reihenfolge meist die andere: erst verstehen, wohin das Geld fließt, dann planen. Wie beide Seiten zusammenhängen, steht unter BWA verstehen und Liquiditätsplanung.

3Fragen entscheiden über den Wechsel
1 Gesellschaftab hier ist Treasury überdimensioniert
QuartalPlanungsrhythmus vieler KMU — realistisch betrachtet

Der Preis ist selten der eigentliche Grund

In Gesprächen ist „zu teuer“ die genannte Begründung; bei genauerem Hinsehen ist es meist „passt nicht zum Bedarf“. Das ist ein wichtiger Unterschied, weil er die Suche nach einer Alternative in eine andere Richtung lenkt. Wer ein günstigeres Treasury-Werkzeug sucht, bekommt ein schlechteres Treasury-Werkzeug. Wer erkennt, dass er kein Treasury-Werkzeug braucht, bekommt etwas, das seine Frage tatsächlich beantwortet.

Agicap veröffentlicht keine Preise; die Angebote werden individuell verhandelt. Öffentlich zugängliche Erfahrungsberichte nennen vierstellige Jahresbeträge, aber ohne belastbare Zuordnung zu Unternehmensgröße und Funktionsumfang. Wir schätzen sie nicht — eine erfundene Zahl im Vergleich ist genau die Sorte Unehrlichkeit, die eine Vergleichsseite wertlos macht. Der Vergleich Yupana gegen Agicap führt beide Seiten mit Stand-Datum.

Wann man bleiben sollte

Es gibt einen klaren Fall, in dem ein Wechsel ein Fehler wäre: wenn die Planung tatsächlich genutzt wird. Eine eingespielte Liquiditätsplanung, an die sich das Controlling gewöhnt hat, ist ein Wert an sich — Werkzeugwechsel kosten Einarbeitung, Datenmigration und mindestens ein Quartal Reibung.

Ebenso, wenn mehrere Gesellschaften konsolidiert werden. Diese Funktion nachzubauen ist aufwendig, und die Alternativen in diesem Feld sind entweder ähnlich teuer oder deutlich schwächer.

Und schließlich, wenn Banken angebunden sind, die andere Anbieter nicht unterstützen. Die Bankanbindung ist der unspektakulärste und in der Praxis entscheidendste Punkt bei jedem Werkzeug dieser Kategorie.

Was beim Vergleichen regelmäßig übersehen wird

Anbietervergleiche konzentrieren sich auf Funktionslisten, und Funktionslisten sind der am wenigsten aussagekräftige Teil einer Entscheidung. Jedes Werkzeug in diesem Feld kann Kontosalden darstellen, Kategorien bilden und einen Verlauf zeichnen. Der Unterschied liegt woanders — in drei Punkten, die selten in Tabellen stehen.

Der erste ist der Einrichtungsaufwand. Ein System, das erst nach sechs Wochen Datenpflege nützlich wird, wird in einem Betrieb ohne Controlling-Stelle nie fertig eingerichtet. Der zweite ist die Frage, wer es täglich bedient: Werkzeuge, die eine geschulte Person voraussetzen, funktionieren in Häusern mit geschulten Personen und sonst nicht. Der dritte ist der Ausstieg — wie kommt man an die eigenen Daten, wenn man aufhört? Diese Frage wird beim Kauf nie gestellt und beim Wechsel immer bereut.

Wer diese drei Punkte in einem Testgespräch klärt, erfährt mehr über die Eignung als aus jeder Funktionsmatrix. Sie lassen sich außerdem schwer beschönigen, weil die Antworten überprüfbar sind.

Der Zusammenhang mit der Buchhaltung

Ein Punkt, der in der Diskussion um Planungswerkzeuge fast immer fehlt: Beide Fragestellungen — Planung wie Kostenkontrolle — hängen an der Qualität der Buchhaltungsdaten. Wenn zwei Drittel der Buchungen keinen erkennbaren Gegenpartner tragen, weil die Bank nur eine Mandatsreferenz liefert, hilft kein Werkzeug der Welt darüber hinweg.

Deshalb ist der erste Schritt bei jeder dieser Entscheidungen nicht die Auswahl eines Anbieters, sondern ein Blick auf die eigenen Daten. Wie viele wiederkehrende Abbuchungen gibt es, wie viele davon sind eindeutig zuzuordnen, und wie viele Verträge liegen dazu vor? Diese drei Zahlen sagen mehr über die zu erwartende Nutzenhöhe aus als jede Demo. Der Zusammenhang zwischen Buchung und Auswertung steht ausführlich unter Warum deine BWA nicht zum Kontostand passt.

Wir haben lange nach einem Planungswerkzeug gesucht und irgendwann gemerkt, dass wir gar kein Planungsproblem hatten. Wir wussten schlicht nicht, wofür monatlich vierstellig abgebucht wurde.
Jens Hagel, Geschäftsführer der hagel IT-Services GmbH

Ein pragmatischer Zwischenweg

Wer unsicher ist, kann die Frage empirisch klären, bevor irgendein Werkzeug gekauft wird. Zwei Schritte genügen dafür und kosten einen Nachmittag.

Erstens: die Kontoauszüge der letzten zwölf Monate auf wiederkehrende Abbuchungen durchsehen und jede einer Person zuordnen. Bleiben mehr als drei Positionen übrig, die niemand erklären kann, liegt ein Kostenproblem vor. Die SaaS-Inventur gibt dafür das Raster vor.

Zweitens: eine 13-Wochen-Liquiditätsplanung in einer Tabelle aufsetzen und drei Monate lang wöchentlich pflegen. Wer das durchhält und danach mehr will, hat einen echten Planungsbedarf. Wer nach zwei Wochen aufhört, hätte auch die teure Plattform nicht genutzt.

  • Anlass benennen: Planungsproblem oder Kostenproblem?
  • Gesellschaften und Banken zählen — darunter liegt der Nutzen von Konsolidierung bei null.
  • Ehrlichen Planungsrhythmus feststellen, nicht den gewünschten.
  • Vor dem Wechsel drei Monate mit einer Tabelle testen.
  • Bei echtem Treasury-Bedarf bleiben — der Wechsel spart dann nur scheinbar.

Die beste Alternative zu einem Werkzeug ist manchmal ein anderes Werkzeug und manchmal eine andere Frage. Vor dem Anbietervergleich lohnt der Blick darauf, welches Problem eigentlich gelöst werden soll.

Die vollständige Gegenüberstellung mit Stand-Datum steht unter Vergleiche, die inhaltliche Einordnung unter SaaS-Kosten im Griff.

Erst klären, ob es ein Planungs- oder ein Kostenproblem ist — die Inventur dauert einen Nachmittag.

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Häufige Fragen

Wofür ist Agicap die richtige Wahl?
Für Unternehmen mit mehreren Gesellschaften, mehreren Banken und einem echten Treasury-Bedarf. Die Bankanbindung ist breit, die Szenariorechnung ausgereift und die Konsolidierung über Gesellschaften hinweg ein Alleinstellungsmerkmal.
Was kostet Agicap?
Die Preise sind nicht öffentlich und werden individuell verhandelt. Öffentlich zugängliche Erfahrungsberichte nennen vierstellige Jahresbeträge — für eine belastbare Zahl führt kein Weg am Angebot vorbei.
Wann reicht etwas Schlankeres?
Wenn eine Gesellschaft, ein bis zwei Banken und der Bedarf vor allem darin besteht, wiederkehrende Kosten und Verträge im Blick zu behalten. Dann zahlt man bei einer Treasury-Lösung für Funktionen, die nie zum Einsatz kommen.
Kann man beides parallel nutzen?
Ja, und in größeren Häusern ist das üblich: Treasury plant die Zahlungsströme, ein Kostenwerkzeug überwacht Verträge und wiederkehrende Ausgaben. Die Fragestellungen überschneiden sich weniger, als es zunächst wirkt.

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